Von LaMommy Redaktion - Sabrina Teilen Teilen Wenn sich der Körper nach der Geburt anders anfühlt als erwartet, sorgt das bei vielen Frauen für Verunsicherung. Bleiben Schmerzen oder ungewöhnliche Fettverteilungen bestehen, kann der Verdacht auf ein Lipödem entstehen. Dr. med. Christian Schmitz ordnet ein, worauf Betroffene achten sollten und welche Schritte sinnvoll sind. Inhalte Anzeigen 1 Ist es möglich, dass ein Lipödem erstmals nach einer Schwangerschaft auftritt? 2 Woran können Frauen erkennen, dass es sich nicht um „normale“ Gewichtszunahme handelt, sondern um ein Lipödem? 3 An wen sollten sich Frauen wenden, wenn sie den Verdacht auf ein Lipödem haben? 4 Ab wann kann eine operative Behandlung wie eine Liposuktion medizinisch sinnvoll sein? 5 Sie operieren in einer modernen, schonenden Methode. Was unterscheidet diese von klassischen Fettabsaugungen? 6 Wie sieht eine gute Nachsorge nach der Behandlung aus? Können Patientinnen langfristig mit einer Verbesserung ihrer Beschwerden rechnen? 7 Welche wichtigste Botschaft möchten Sie Frauen mitgeben, die nach der Schwangerschaft den Verdacht haben, an einem Lipödem zu leiden? Ist es möglich, dass ein Lipödem erstmals nach einer Schwangerschaft auftritt? Das Lipödem verläuft typischerweise schubweise. In der Praxis wird häufig beobachtet, dass solche Schübe vermehrt in Phasen hormoneller Veränderungen auftreten. Dazu zählen insbesondere die Pubertät, der Beginn oder das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel, eine Schwangerschaft sowie die Menopause. Wichtig ist jedoch zu betonen, dass es sich hierbei in erster Linie um klinische Beobachtungen handelt. Die wissenschaftliche Studienlage liefert bislang keine eindeutigen Beweise für einen direkten ursächlichen Zusammenhang. Dennoch besteht durchaus die Möglichkeit, dass Lipödem-Beschwerden erstmals im Rahmen einer Schwangerschaft oder in der Zeit danach auftreten. Woran können Frauen erkennen, dass es sich nicht um „normale“ Gewichtszunahme handelt, sondern um ein Lipödem? Im deutschsprachigen Raum gibt es eine klinische Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Lipödems. Die Diagnose wird klinisch, also durch eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Experten, gestellt. Bei Verdacht ist es ratsam, sich ärztlichen Rat zu holen, da eine frühzeitige Einordnung für den weiteren Verlauf sehr wichtig sein kann. Typische Hinweise, die eher für ein Lipödem als für eine gewöhnliche Gewichtszunahme sprechen, sind: Eine symmetrische Fettvermehrung vor allem an den Beinen (häufig Oberschenkel und Unterschenkel) und/oder den Armen. Eine deutliche Druck- und Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Areale. Ein Schwere- und Spannungsgefühl, das im Tagesverlauf zunimmt. Eine Neigung zu Hämatomen (blaue Flecken), ohne dass ein Trauma stattgefunden hat. Kaum oder kein Ansprechen der betroffenen Regionen auf Diät oder Sport, während andere Körperbereiche durchaus Gewicht verlieren. An wen sollten sich Frauen wenden, wenn sie den Verdacht auf ein Lipödem haben? Die Diagnose sollte durch eine erfahrene Behandlerin oder einen erfahrenen Behandler gestellt werden. Geeignete Ansprechpartner sind Fachärzt:innen für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Dermatologie oder Gefäßchirurgie. Auch Ärztinnen und Ärzte mit den Zusatzbezeichnungen Angiologie, Phlebologie oder Lymphologie verfügen über die entsprechende Expertise. Entscheidend ist weniger die Fachrichtung als vielmehr die Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung des Lipödems. Ab wann kann eine operative Behandlung wie eine Liposuktion medizinisch sinnvoll sein? Zunächst steht immer die konservative Therapie im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere die manuelle Lymphdrainage, die Bewegungstherapie und das konsequente Tragen medizinischer Kompressionskleidung. Ergänzend können auch apparative Verfahren zum Einsatz kommen. Mit diesen Maßnahmen lassen sich die typischen Beschwerden in vielen Fällen deutlich lindern. Besteht jedoch trotz konsequenter konservativer Therapie weiterhin ein erheblicher Leidensdruck, keine ausreichende Beschwerdelinderung oder der Wunsch nach einer nachhaltigen Volumenreduktion der betroffenen Areale, kann eine operative Therapie sinnvoll sein. Die Liposuktion ist derzeit das einzige Verfahren, das das krankhaft vermehrte Fettgewebe dauerhaft entfernen und somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Sie operieren in einer modernen, schonenden Methode. Was unterscheidet diese von klassischen Fettabsaugungen? In der aktuellen Leitlinie werden zur operativen Behandlung des Lipödems insbesondere zwei Verfahren empfohlen: die vibrationsassistierte Liposuktion (VAL) und die wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL). Klassische, rein mechanische Fettabsaugungen ohne diese Techniken gelten nicht als leitliniengerecht. Wir arbeiten leitlinienkonform mit der vibrationsassistierten Liposuktion. Zusätzlich kombinieren wir das Verfahren mit einer schonenden Laserbehandlung des Gewebes. Diese führt zu einem zusätzlichen Straffungs- und Glättungseffekt der Haut. Wir führen jährlich mehrere tausend Lipödem-Behandlungen durch und verfügen somit über umfassende Erfahrung mit dieser Technik. Eine interne Auswertung zeigt eine sehr gute Verträglichkeit des Verfahrens bei gleichzeitig hoher Sicherheit für das umliegende Gewebe. Ein besonderer Vorteil der Methode ist, dass die kleinen Hautinzisionen in der Regel direkt verschlossen werden können. Die Lymphgefäße können die postoperative Schwellung effektiv abtransportieren, sodass keine Flüssigkeit über die Einstichstellen austritt. Damit steht uns ein modernes und schonendes Verfahren zur Verfügung, das eine präzise Entfernung des krankhaft vermehrten Fettgewebes ermöglicht, den Patientinnen einen deutlichen Komfortgewinn bietet und zusätzlich kann ein Straffungs- und Glättungseffekt der Haut erzielt werden. Wie sieht eine gute Nachsorge nach der Behandlung aus? Können Patientinnen langfristig mit einer Verbesserung ihrer Beschwerden rechnen? Ein wichtiger Teil der Nachsorge ist das konsequente Tragen einer medizinischen Kompressionsversorgung. Diese unterstützt den Heilungsprozess und trägt zu einem optimalen ästhetischen Ergebnis bei. Früher wurde die manuelle Lymphdrainage sehr früh postoperativ begonnen. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass es in vielen Fällen sinnvoll sein kann, damit erst nach einigen Wochen zu beginnen, um das langfristige ästhetische Ergebnis nicht zu beeinträchtigen. Die Patientinnenzufriedenheit ist nach einer leitliniengerechten operativen Lipödem-Behandlung insgesamt sehr hoch. Viele berichten von einer deutlichen Reduktion der Schmerzen, einem verbesserten Schweregefühl, mehr Beweglichkeit im Alltag und einer insgesamt gesteigerten Lebensqualität. Auch die veränderten Körperproportionen tragen häufig zu einem verbesserten Körpergefühl bei. Welche wichtigste Botschaft möchten Sie Frauen mitgeben, die nach der Schwangerschaft den Verdacht haben, an einem Lipödem zu leiden? Wenn Frauen unmittelbar nach der Schwangerschaft erstmals mit dem Verdacht auf ein Lipödem konfrontiert werden, ist das oft sehr belastend. Die Schwangerschaft selbst bringt bereits erhebliche körperliche Veränderungen mit sich. Die Zeit nach der Geburt ist fordernd, emotional intensiv und körperlich anspruchsvoll. Treten zusätzlich Schmerzen oder andere typische Beschwerden des Lipödems auf, ist der Wunsch nach einer schnellen Lösung verständlicherweise groß. Meine wichtigste Botschaft lautet deshalb: Haben Sie Geduld! Auch wenn diese Phase sehr belastend sein kann, ist es ratsam, zunächst die postpartale Zeit – und gegebenenfalls die Stillperiode – abzuwarten und dem Körper anschließend noch einige Monate zur Regeneration zu geben. So hat er die notwendige Zeit, die hormonellen und körperlichen Veränderungen in Ruhe zu verarbeiten und sich nachhaltig zu stabilisieren. Anschließend kann gezielt mit einer Lipödem-Therapie begonnen werden. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich in der Regel klarer unterscheiden, welche Veränderungen noch als normale Folgen von Schwangerschaft und hormoneller Umstellung – einschließlich möglicher Gewichtsschwankungen – einzuordnen sind und welche Beschwerden tatsächlich auf ein Lipödem zurückzuführen sind. Über den Autor: Dr. med. Christian Schmitz ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie für Allgemeinchirurgie. Er ist ärztlicher Geschäftsführer der S-thetic Gruppe und verfügt über langjährige Erfahrung in der operativen Behandlung des Lipödems. Share
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